das Innovationssemester

Das Innovationssemester – ein Düsseldorfer Modell

initiiert vom Verein zur Förderung der Wissensregion Düsseldorf e.V. und getragen von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Hochschule Düsseldorf, der Handwerkskammer Düsseldorf, der IHK zu Düsseldorf (weitere kooperierende Institutionen werden für das Innovationssemester angefragt)

Die Idee: Im Rahmen des fachübergreifenden Innovationssemesters sollen zukünftig Studierende, Auszubildende und Meisterschüler/innen aus der Region Düsseldorf an gemeinsamen Projekten arbeiten und so vom gegenseitigen Ideenaustausch profitieren. Sie lösen dabei gesellschaftliche Herausforderungen unserer Zeit, und sie überbrücken oft zu stark getrennte Bildungswelten.

Der Nutzen für Studierende aller Fachrichtungen und Auszubildende sowie Meisterschüler/innen: In diesem deutschlandweit einzigartigen Modul können junge Menschen die Grenzen ihres Bildungszweigs und Fachs überwinden. Sie erweitern ihre Kompetenzen und Perspektiven, weil sie von und mit ihrem Projektteam lernen, ein selbst gesetztes Thema unterschiedlich zu beleuchten und umzusetzen. Sie können damit zeigen, dass sie wichtige Probleme der heutigen Wirtschaft und Gesellschaft praktisch lösen können und erwerben neben anrechenbaren Leistungsnachweisen und einem karriereförderlichen Teilnahmezertifikat wichtige Netzwerke für ihr zukünftiges Berufsleben.

Der Nutzen für Betreuende (Dozent/innen etc.): Betreuende der bisher getrennten Bildungswege lernen die gemeinsamen Probleme kennen. Hochschulehrer/innen können als Teil ihres Lehrdeputats innovative Inhalte und Lernformen anbieten, die die Praxistauglichkeit ihres Stoffes herausfordern und die Anbindung ihres Fachs an verwandte Fächer anderer Bildungsinstitutionen fördern. Betreuende der Meisterausbildung kommen mit neuen Perspektiven und Methoden in Kontakt. Alle werden in der Arbeit mit Studierenden, Auszubildenden und Meisterschüler/innen fachlich und persönlich viel lernen sowie neue Gedanken für ihre Forschungs- und Praxisarbeit mitnehmen. Vielleicht finden Lehrende auch Gefallen daran, so unterschiedlichen jungen Menschen als Mentor/in zur Seite zu stehen.

Das Ergebnis: Die Projektteams stellen nach einem Zwischenbericht zur Halbzeit des Semesters an einem Innovation Day mündlich oder mit einem Poster ein fertiges Konzept vor, in einigen Fällen ggf. den Prototyp eines Produkts, ein Online-Tool oder Video etc. Teilnehmende inkl. Betreuende erhalten nach der Präsentation und dem Abschluss des Projekts auf einer Verleihung ein Zertifikat.

Die Eckdaten des Innovationssemesters:

  • Start des Innovationssemester zum Herbst 2018
  • mit ca. 5-10 Teams. Jedes Projektteam besteht aus ca. 5-10 Teilnehmenden: je 2 Studierende der Universität Düsseldorf, der Hochschule Düsseldorf, 2 Auszubildenden der IHK und 2 Meisterschüler/innen der HWK.
  • Dauer 4 Monate, bei jeweils ca. zweiwöchentlichen Treffen der Projektteams mit Betreuenden

Bei Interesse am Innovationssemester schreiben Sie einfach eine kurze Nachricht an kontakt@wissensregion-duesseldorf.de oder reichen Sie hier direkt Ihren Themenvorschlag für ein Innovationsteam ein!

Möchtest Du als Teilnehmer/in an einem Innovations-Projekt teilnehmen, dann melde Dich per Email an rauh@wissensregion-duesseldorf.de oder über unseren Anmeldebogen an. Wir freuen uns auf Dein Engagement!

 

Innovative Themen – einige beispielhafte Ideen für die Projektteams

  1. Anreize für hygienische öffentliche Gebäude: Das Projektteam kann neue Lösungen finden, wie Menschen mehr Hygiene gerade in öffentlichen Gebäuden wie Hochschulen oder in Betrieben an den Tag legen. Wie können Anreize für hygienisches Verhalten geschaffen werden? Dazu können Gebäudereiniger (HWK) mit ihrer praktischen Erfahrung, Studierende public health (HHU), Fachwirte Gesundheitswesen (IHK), Mediziner/innen oder Pädagog/innen (Fliedner FH und HSD) und Studierende der Umwelttechnik (HSD) zusammenarbeiten. HHU-Studierende der Sozialwissenschaften könnten einen experimentellen Feldversuch konzipieren, in dem verschiedene Stimuli in der Praxis auf ihre Auswirkungen auf das Gesundheitsverhalten getestet werden. Diese Anreize können technischer (Handwerk) oder bspw. auch künstlerisch-optischer oder akustischer (Kunst-HS, Musik-HS) Natur sein.Mögliche Team-Resultate: 1-2 innovative Produkte, um das Hygieneverhalten in öffentlichen Gebäuden zu verbessern.
  2. Schutz vor Umwelt- oder betrieblichem Lärm: Ein Projektteam kann sich die Akustik eines Büro, eines produzierenden Betriebs oder eine besonders lärmbelastete Zone in der Wissensregion suchen, um ein Konzept oder sogar eine Simulation zur Lärmreduktion zu erarbeiten. Ein oder zwei HHU-Studierende der Umweltmedizin kalkulieren bspw. die Folgen und die damit erforderliche Maximalhöhe an Lärm an einem Verkehrsknotenpunkt der Region oder bspw. in einem großen öffentlichen Betrieb. Sie ziehen ein/e Studierende der Akustik der Musikhochschule RSH sowie eine/n Vertretenden des Studiengangs „Raum“ der Kunsthochschule hinzu. Von der IHK kommt ein Azubi Fachwirt/in Personenverkehr / Mobilität, um alternative Verkehrslösungen vorzuschlagen, sowie ein Azubi Fachwirt/in Gesundheitswesen hinzu. Ein/e HSD-Studierender der Simulationstechnik simuliert ein Lösungsszenario, zu welchem ein HSD-Studierender der Umwelttechnik sowie ein/e Mechanik-Meisterschüler/in der Handwerksakademie das benötigte technische Know How beisteuern.Mögliche Team-Resultate: Datenerhebung, Simulation, Verkehrskonzept
  3. Barrierefreie Wissensregion: Das Projektteam untersucht das Düsseldorfer Stadtleben auf seine Barrierefreiheit hin.a) Das Ziel könnte sein, Lücken in der Barrierefreiheit bzw. einen beispielhaften vollständig barrierefreien Alltagsweg zu identifizieren. Es kann eine digitale Landkarte / vor Ort beschilderte Route / App solcher barrierefreien Wege für Düsseldorf, Mettmann oder Neuss entwickeln.b) Alternativ kann das Projektteam auch prüfen, ob es nicht eine künstlerisch ansprechende, gleichzeitig wirtschaftliche Modellierung barrierefreier Bauelemente gibt und ein konkretes Objekt, bspw. eine Rollstuhlrampe, künstlerisch zu entwerfen.Je nach Schwerpunkt (physisch: bspw. Rollstuhl-geeignet; kognitiv: bspw. Verwendung leichter Sprache) kommen unterschiedliche Disziplinen wie Architektur, Bauen und Baukunst (Studierende der HSD, der Kunsthochschule, Meisterschüler/innen Betonbau, Straßenbau) oder Sozialpädagogik und Bildungsmanagement (HSD, Fliedner FH, HHU) in Frage. Das Projektteam könnte sich darüber hinaus wie folgt zusammensetzen: Um den Bedarf aus Sicht der Betroffenen und mit Ihnen vor Ort zu ermitteln, können Studierende der Studiengänge Soziale Arbeit (HSD, Fliedner FH) und Empowerment Studies (HSD) klären, wie man die Zielgruppe der körperlich oder geistig eingeschränkten Menschen einbinden kann. Die Designstudiengänge können die räumliche Konzeption, die nutzerfreundliche Gestaltung, die künstlerische Optik beisteuern. Volks- und Betriebswirte können die Wirtschaftlichkeit eines barrierefreien Düsseldorfs untersuchen oder einen businessplan sowie ein Vermarktungskonzept für ein neu entwickeltes Designprodukt der Barrierefreiheit entwickeln. Die Handwerksauszubildenden können das Objekt herstellen oder die baulichen Voraussetzungen für einen barrierefreien Weg berechnen.Auf Seiten des Handwerks kann zusätzlich die Kompetenz des Düsseldorfer Handwerkszentrums „Wohnen im Alter“ genutzt werden. Um Zugang zu den Betroffenen zu erhalten und diese einzubinden, kann auch mit den Trägern der freien Wohlfahrtspflege in der Wissensregion kooperiert werden.

    Mögliche Team-Resultate: Landkarte oder ausgeschilderte Route der barrierefreien Wege in der Wissensregion; ein innovativ gestaltetes Produkt zur Barrierefreiheit, wie eine künstlerisch ansprechende Rampe, die Skizze zu einem designten Rollator etc.

  4. Educational Gamedesign: Das Projektteam entwickelt gemeinsam eine Idee für ein educational Game, das einen gesellschaftlichen-spielerischen Mehrwert bietet, bspw. ein health game, das gesundes Verhalten fördert, ein Game zum leichteren Spracherwerb oder ein Game, in dem der Spieler verschiedene handwerkliche Aufgaben lösen muss. Je nach Thema kann der inhaltlich-fachliche Input dazu von einem Handwerksgesellen oder Studierenden oder Fachwirten Gesundheitswesen kommen. Es bietet sich an, mit Gamedesign-Studierenden Mediadesign Hochschule Düsseldorf zu kooperieren. Studierende der Pädagogik (Fliedern FH) bedenken die Wirkungsweisen und pädagogischen Grundlagen des Spiels. Ein Kommunikationsdesigner der HSD kann am Konzept mitgestalten oder einen Marketingplan für die spätere Bewerbung des Spiels entwerfen. Technisches Know How kommt außerdem aus den Ausbildungsbereichen Medienproduktion (IHK) und Medientechnik (Handwerkskammer). Die Vertonung des Games kann von Studierenden der Musikhochschule (RSH) beigesteuert werden. Ggf. kann ein Studierenden der Medienwissenschaften (HHU) zum Abschluss die Effekte des Games an einer kleinen Gruppe von Test-Spielern empirisch prüfen.Mögliche Team-Resultate: (Prototyping / beta-Version eines) Game
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